Drei Fragen an ...

Thomas Flotow

Geschäftsführer PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG 

Frage 1 - Was bedeutet Arbeitgeberattraktivität für Sie bzw. wie würden Sie diese definieren?

Entgegen der mit stetiger Regelmäßigkeit aus dem politischen Raum zu vernehmenden Begrenzung der Attraktivität auf die Höhe des Entgeltes weiß die Praxis nicht erst seit Geltung der Tariftreue um die Vielschichtigkeit relevanter Kriterien, denn Vergütung ist zweifellos wichtig, führt aber in alleiniger Fokussierung zu einer Söldnermentalität.
Nach meiner Auffassung ist es eine Partnerschaft zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten, die für beide Seiten transparent bestehende Bedürfnisse klar benennt und sich fair gemeinsam um Lösungen bemüht. Wir können angespannte Rahmenbedingungen in der Pflege nicht negieren, diese aber auch nicht zur alles rechtfertigenden Entscheidungsmaxime erheben. Das altbekannte und ehrlich gelebte Geben wie Nehmen, die Wahrnehmung, dass der jeweils andere Vertragspartner um Ausgleich bemüht und vor allem verlässlich ist, schafft Vertrauen, Sicherheit und im Ergebnis Zufriedenheit.

Frage 2 - Was ist das größte Lob, dass Ihre Mitarbeiter:innen Ihnen als Arbeitgeber bisher ausgesprochen haben?

Als ehemaliges öffentliches Unternehmen haben wir noch in städtischer Trägerschaft, auf dem Weg der Privatisierung sowie anschließend bei Gesellschafterwechseln von unseren Beschäftigten viel Vertrauen abverlangt, mit uns den Weg der Modernisierung zu gehen. Auch wenn wir nicht alle Beschäftigten überzeugen konnten, so ist es doch der weitaus größte Anteil gewesen, der unseren Argumenten und unserer Offenheit auch in kritischen Fragen Glauben geschenkt hat. Ohne dieses faktische Lob der aktiven Entscheidung für uns hätte unser Unternehmen schweren Schaden genommen.

Frage 3 - Welche Ideen waren im Nachhinein die erfolgreichsten für Ihre Arbeitgeberattraktivität?

Wir stehen für Verlässlichkeit und den Handschlag des Hamburger Kaufmanns. Unsere Beschäftigten wissen, dass Zusagen gelten, sie aber umgekehrt auch eingefordert werden, denn die Seite des Gebens ist nicht dauerhaft vorherbestimmt. Leider ist unser zweiter Ansatz, gemeinsam zu feiern und Spaß zu haben (z.B. bei einem unternehmensweiten Beachvolleyballturnier), in Zeiten von Corona viel zu kurz gekommen. Hier müssen wir dringend nachlegen.

In unserem 14-täglichen Newsletter stellen wir die drei Fragen jeweils an eine Persönlichkeit aus der Pflege. Melden Sie sich hier an, wenn Sie die Antworten regelmäßig lesen möchten.

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